Palpung Thubten Chökhor Ling, Tibet

Palpung Thubten Chökhor Ling bedeutet Erhabener Dharma Sitz und liegt in Drida Zalmogang im Derge Bezirk in Kham, Osttibet, 3900 Meter über dem Meeresspiegel.

Guru Rinpoche segnete einst insgesamt 25 heilige Orte in Do-Kham und Palpung war einer davon, namens Deva Koti Tsanda Rinchin Drak. Jetsun Marpa prophezeite ebenfalls die besonderen Qualitäten diese Orts und sagte, er würde zur Quelle vielen Dharmas, an dem die Kagyu Linie gedeihen würde. Palpung bedeutet wortwörtlich ein vortreffliches Land, reich an Fülle und Elite. Umgeben von wunderschönen Bergen, besagt eine Geschichte in Bezug auf die Umgebung von Palpung, dass es drei Elephanten, die im Wasser spielten, ähnelte, um Palpungs besondere Landschaft zu beschreiben.

1727, als der achte Kenting Tai Situpa Chökyi Jungne achtundzwanzig Jahre alt war, begann er, das Palpung Kloster mit großer Unterstützung des Herrschers von Derge zu bauen. Das ganze Kloster ward in zwei Jahren errichtet und hatte eine Schrein Halle und 25 Schlafsäle für die Mönche. Und so wurde der achte Kenting Tai Situpa und seine nachfolgenden Inkarnationen ganz selbstverständlich zum Wurzelguru der aufeinanderfolgenden Herrscher Derges.

Der neunte Kenting Tai Situpa Pema Nyinje Wangpo und sein Schüler, der erste Große Jamgon Kongtrul Rinpoche begründeten das obere und untere Klausurinstitut des Palpung Klosters. Es waren dies die ersten Dreijahresklausuren in der Geschichte Tibets. Im berühmten oberen Klausurinstitut wurden die Sechs Yogas Nigumas und im unteren die Sechs Yogas Naropas praktiziert. So begann das Palpung Kloster damit, sowohl die Linie der Marpa als auch Shangpa weiterzuführen.

1927 baute der elfte Kenting Tai Situpa Pema Wangchog Gyalpo das Kloster aus, indem er seine Haupthalle vergrösserte, die untere Klausur renovierte, eine Shedra und Sutra Druckerei errichtete. Der zweite Jamgon Kongtrul Rinpoche fügte dem oberen Klausurinstitut einen Zubau hinzu und baute eine zusätzliche Sutra Halle. 1959 gab es zumindest hundertacht Zweigklöster von Palpung und viele andere Güter, wie Teegärten, Ackerland, Salinen, Vieh und Weideland.

Circa 1981 autorisierte der Landeshauptmann von Sichuan die Erhaltung einiger tibetischer buddhistischer Tempel. Palpung war einer davon. 1983 begann man mit der Wiedererrichtung der unteren Klausur. 1984 leitete Yeshe Jungnä zum ersten Mal seit Jahrzehnten der Unsicherheit eine drei Jahre, drei Monate Klausur mit 19 Lamas. 1987 ward das obere Klausurinstitut vollendet.

Das Palpung Hauptkloster hat eine außergewöhnliche Struktur auf 3900 Meter über dem Meeresspiegel mit einer Haupthalle, die vierzig Meter hoch ist. Man sagt von ihm, dass es das zweitgrößte, bestehende, traditionell tibetische Gebäude ist, das in der Region als „Kleiner Potala Palast“ bekannt ist. Das Gebäude vereint Merkmale der Lokalbevölkerung und beherbergt eine Vielzahl lokaler Gemälde und Skulpturen. Jahrhundertelang kultivierte Palpung das Werk vieler bekannter buddhistischer Meister und bewahrte viele historische, wissenschaftliche und Kunstsammlungen.

Die Gebäude in Palpung befinden sich weiterhin aufgrund begrenzter Mittel sehr langsam in Wiederaufbau. Aufgrund der Einzigartigkeit seiner Architektur und bewahrten Sammlungen wurde das Palpung Kloster als eines der hundert historischen Denkmäler, das dringend durch den World Monuments Fund wiederhergestellt werden soll, eingestuft. Gegenwärtig studieren circa 200 Studenten an der klösterlichen Universität und 40 bis 50 befinden sich in Klausur. Weitere ca. 300 Mönche sind in Ritual involviert, während andere auf die Umgebung verteilt leben.