Bodhisattva Weg

Als Vajrayana und Mahayana Buddhisten beginnt der Weg des Bodhisattvas beginnt nach der Zufluchtnahme. Im Erkennen, daß Samsara, also der Kreislauf von Geburt, Leben und Tod, unheimliche Pein in sich birgt, begibt sich der Erkennende in den Schutz der Drei Juwelen, um diesem Kreislauf letztendlich entkommen zu können. Auf Basis der Zuflucht und im Befolgen der Vier Noblen Wahrheiten und des Edlen Achtfachen Pfades ist die Grundlage zur Befreiung aus Leiden gebildet.

Im Erkennen, daß nicht nur man selbst diesem Kreislauf und den damit verbundenen Pein unterworfen ist, beginnt sich entstehende liebende Güte und Mitgefühl einzustellen. Diese bilden wiederum die Grundlage dafür, sich auf den Weg eines angehenden Bodhisattvas zu begeben. Dieser Weg beginnt mit dem sog. Bodhisattva Gelübde, das der Aspirant jedes Leben erneuert und immer wieder erbittet und erhält, bis alle fühlenden Wesen Erleuchtung erlangt haben. Sehr vereinfacht ausgedrückt ist es das Versprechen, schlußendlich Erleuchtung für und aller fühlenden Wesen willen zu erlangen und das eigene Leben auf dieses Ziel auszurichten.

Nun macht uns das Gelübde selbst aber noch nicht tatsächlich zu einem Bodhisattva, also einem Wesen, das sich zumindest auf der ersten Bodhisattvastufe befindet (1. Bhumi), vielmehr legt es den Grundstock dafür, daß unser Geist konditioniert wird auf die anderen und deren letztendliches Wohl, vollständige Erleuchtung.

Das Bodhisattva Gelübde bildet die Grundlage des Mahayana Buddhismus, mit dem festen Untergrund des Hinayana, einer starken Entsagung von Samsara, in dem der Praktizierende in Übereinstimmung mit den Vier Noblen Wahrheiten und dem Noblen Achtfachen Pfad lebt und die Sechs Paramita praktiziert, um Erleuchtung zu erlangen. Es ist damit auch eine der Grundrequisiten des Vajrayana.