Ein freudvoller Wunschgedanke : Süße Melodie für die vom Glück Begünstigten

Gyalwang Karmapa in Tsurphu, 199

[verfasst] vom XVII. Karmapa, Orgyen Thrinley Dorje

Om Swasti. 
Das rechtsdrehende Muschelhorn des reinen Mitgefühls von Körper, Rede und Geist 
strömt einen unveränderlichen Strom der guten Absichten aus. 
Möge dadurch eine süße, volltönende, unvergleichliche Melodie, solch eine Musik für die Ohren 
Die Lotusblätter des Verdiensts, der Vortrefflichkeit und Tugend öffnen.

Es trägt den höchsten Namen des wunscherfüllenden, köstlich duftenden Baumes, 
[Die] Melodischen Töne dieses unbefleckten Baumes, die jeden Wunsch erfüllen, sind wohlklingend und erfreuend. 
Durch alle Zweige hindurch, zwischen seine Äste, schmiegen sich die Juwelen des dauerhaften Glücks  
Möge die Welt in der Schönheit dieses Baumes erstrahlen, der so königlich in unserem Daseinsbereich [wächst]

Wunsch für Tibet 

Diese Schneeberge, eine Kette von duftenden Blumen, sind ruhig und frisch. 
Möge in [jenem] heilenden Land, in dem sich das weiße Räucherwerk süßlich erhebt 
Die gütige Schönheit der strahlenden Mondstrahlen, das Licht der spirituellen und temporären Welten, [der geistigen und weltlichen Sphären] 
Allen Hader, die Dunkelheit der Schattenseite besiegen.

Wunsch für [den] Dalai Lama 

Erleuchtende [inspirierende] Feste des Verdiensts im Land des Schnees, 
Sie sind der Höchste, einen reinen weißen Lotus haltend! 
Mit der Schönheit aller guten Qualitäten, ein Schatz, den [unsere] Augen erblicken [können] 
Möge Ihr Leben lang und beständig wie ein diamantener Vajra sein.

Wunsch für Kultur und Wissen

Der vorzüglichste Verdienst ist das hervorragende und ruhige Fließen der Kultur 
Jene mit feinsinnigem Geist spielen in einem See des klaren Lotus 
Mögen sie durch diesen hervorragenden Pfad, eine Zeile eines Gedichts, süß wie der Honig der Pollen  
Am duftenden Tau des strahlenden Wissens nippen.

Wunsch für die Welt

Möge Nutzen für [die] Wesen über die Weite der [hoch] geschätzten Erde in dieser weiten Welt 
Wie unendliche Reflektionen des Mondes,  
Dessen erfrischende Gegenwart dauernden Wohlstand und Glück bringt, [er]scheinen, 
Um den lieblichen [prunkvollen]Anblick nachts blühender Lilien zu öffnen,  
Zeichen des Friedens und Glücks.

Schluss

Mögen diese wahren Worte, die von einem Baldachin weißer Wolken heruntersteigen, die Anhäufung der Zwei Ansammlungen  
Wie perlende Tropfen des Lichts oder des strömenden Regens 
In einen lieblichen Park fallen, wo vom Glück begünstigte Schüler frei von Voreingenommenheit sind. 
[Und] die Blumen der Freundschaft [damit] öffnen, damit Wohlbefinden und Glück weiter gedeihen können.

Diese Wunschgedanken, die aus einer aufrichtigen Absicht erwuchsen, wurden von Orgyen Thrinley, demjenigen, der den Noblen Namen Karmapa trägt, niedergeschrieben, während er aus Tibet floh. Eines Nachts, in der illusorischen Erscheinung eines Traumes auf einem See im klaren Mondlicht, dabei kleine Wellen von blühenden Lotusblumen formend, die ihnen als Sitz dienten, erschienen drei Brahmanen, welche reine weiße Seide trugen und eine Trommel, Gitarre, Flöte und andere Instrumente spielten. Ihr melodiöses Gedicht, das in wohltuender und lyrischer Tonart zu meinen Ohren kam, veranlasste mich, dieses Wunschgebet mit einem einsgerichteten Geist, der mit der tiefen und aufrichtigen Absicht gefüllt ist, allen Menschen Tibets zu nutzen. Mögen im Inneren einer wunderschönen und glücksverheißenden Gebirgskette, [für] dieses Land Tibet, die Sonnenstrahlen des höchsten Wunsches für Erwachen schnell erscheinen. 

Dieses Gedicht und das Yig Chung, das ihm folgte, wurden vom Siebzehnten Karmapa, Orgyen Thrinley Dorje verfasst.

Übersetzt unter der Anleitung Khenchen Thrangu Rinpoches von Michele Martin, copyright © 2000, die Überschriften wurden auf Grundlage des Kommentars von Khenchen Thrangu Rinpoche eingesetzt. 
Deutsche Übertragung Lama Palmo