Eine spontane Belehrung zu Sunyata von S. H. dem XVII. Gyalwa Karmapa

Gyalwang Karmapa in Tsurphu, 1999

wurde Richard Gere und Freunden während einer privaten Audienz mit Karmapa gewährt, 24. März 2000

Sogyal Rinpoche übersetzte, Tsognyi Rinpoche und Mingyur Rinpoche waren anwesend.

Gönnern, Rinpoches und alle Freunden, die an der Tibetischen Sache interessiert sind, Euch allen bringe ich meine Grüße dar. Ich danke Euch für Eure Bemühungen, hier her gekommen zu sein und mich begrüßt zu haben und dafür, daß Ihr Interesse am Studium des Buddhistischen Dharma habt. In uns allen ist die grundlegende Buddha Natur.

Soweit ich von Sunyata und Leerheit weiß, erkenne ich sie nicht, aber hoffe, sie erkennen mich! Sunyata ist die Basis der Buddha Natur, [sie ist] strahlende Klarheit und ist unerschaffen. Die noble Wahrheit aller Phänomene, sowohl der existierenden, als auch der nicht existierenden zur gleichen Zeit ist jene absolute Wahrheit, die ein gewöhnlicher Geist nicht ausloten kann.

Tongpa Nyi (tib. für Leerheit) beinhaltet jegliche Unterstützung der Existenz oder Nicht-Existenz von Samsara und Nirvana und ist jenseits des konzepthaften Geistes. Es ist etwas im Bereich des Weisheits-Geistes von Buddha. Mitgefühl und Weisheit sind grenzenlos und nicht greifbar. Man sollte immer danach streben,  Mitgefühl für alle fühlenden Wesen zu entwickeln. Wir haben vielleicht ein sehr kraftvolles Mitgefühl, das entstehen kann, aber wir haben vielleicht [ebenso] einen Moment des Zorns, der genauso entstehen kann und alles zerstören kann. Alle Buddhas und Bodhisattvas praktizieren Mitgefühl und Bodhicitta. Wir selbst müssen uns auch in der Praxis der Sechs Paramita üben. [Egal,] ob wir es Mitgefühl oder Bodhicitta nennen, es hat zwei Kategorien. Wir wollen die Reise tatsächlich antreten und dann müssen wir es wirklich und tatsächlich tun, indem wir  den tatsächlichen Wunschgedanken [entwickeln] und zur Anwendung bringen. Es wäre, wie wenn man ein Fest gibt und leere Teller mitbringt und [damit] das Fest des Nichts darbringt. Die Aspiration alleine ist nicht genug.

Wenn man einen armen Menschen sieht und dann Mitleid und Mitgefühl fühlt, [dann] ist das nicht genug. Dieser Person tatsächlich nichts zu geben, wird ihr nicht helfen. In Hinsicht auf Leerheit und Mitgefühl; wenn die Buddhas nicht in dieser Weise über dieses Thema sprachen, entschuldige ich mich dafür.

In den Nyingmapa Texten wird von Bodhicitta und Glauben gesprochen, die von der reinsten Motivation [getragen] sein müssen. Die Kraft unserer reinen Motivation und ein vollständiges Verstehen der Wahrheit der Interdependenz werden unsere Dharma Praxis zur Frucht bringen.

Indem wir uns an diesem Ergebnis erfreuen, werden Wesen damit das Fest der Verwirklichung des Dharmakaya genießen, die Quelle von Glück und Wohlbefinden, das frei von Leiden ist. Manche Lamas und Tulkus möchten und arbeiten für viel Geld, was ihnen jede Menge Schwierigkeiten [ein]bringt. Diese Annäherung wird letztendlich kein Glück bringen und ist tatsächlich eine Quelle des Elends. Euch allen gebildeten Menschen, die Ihr heute hier her gekommen seid, um mich zu besuchen, Euch allen bringe ich meinen tiefsten und tiefgehendsten Respekt dar. Ich bringe Euch meinen Respekt in dem Sinne dar, daß Ihr alle, die Ihr mit Eurer vergangenen reinen Motivation und Intention gelehrig in Euren verschiedenen professionellen Gebieten geworden seid und bei der Tibetischen Sache und den Wünschen Seiner Heiligkeit Dalai Lama mitgeholfen habt, dafür beglückwünsche ich Euch.

Eine Frage erhob sich, ob er uns ein wenig dessen, wie sein Leben in Tibet war, erzählen würde.

Ich kam aus dem Bauch meiner Mutter und bis ich acht Jahre alt war, lebte ich mit meinen Eltern, dann war ich im Tsurphu Kloster bis ich hier her flüchtete. Ich habe große Hoffnung, daß die notwendige Erlaubnis, hier in Indien zu verbleiben, gewährt werden wird. Andere beantragen das für mich derzeit.