Belehrungen S. H. des XVII. Karmapa am 22. 2. 2000

- Gyalwang Karmapa in Tsurphu, 1999
Die folgenden Belehrungen wurden von S. H., dem XVII. Karmapa, Orgyen Thrinley Dorje am Morgen des 22. Februar 2000 gegeben.
Euch alle, die Ihr von Südost-Asien, vom Westen und von Dharamsala und Umgebung mit einer guten Motivation, die Ihr Euch alle auf den spirituellen Pfad befindet, kommt, genauso wie jene [unter] Ihnen, die aus Tibet kommen, möchte Seine Heiligkeit begrüßen und freut sich Sie zu sehen.
Seine Heiligkeit Karmapa ist glücklich [darüber], diese Ansammlung von Menschen mit reiner Einstellung [aus] vielen verschiedenen Ländern, Kulturen und mit [unterschiedlichem] Hintergrund zu sehen. Er denkt, dass die erleuchtete Führung aller großen Meister ein Licht für die Menschheit ist. Seine Heiligkeit las einige Bücher über [die] Hindu Religion, die Shiva und Vishnu huldigt. In [den] alten tantrischen, Buddhistischen Vajrayana Texten, die in Verbindung mit der Hindu Philosophie und seinen Göttern stehen, gibt es auch viele wichtige [große] Punkte und Beispiele. Es ist sehr gut, dass den Menschen all diese spirituellen Pfade zur Verfügung stehen.
[Das] Christentum ist eine der Religionen, die allen Menschen Führung bietet und sie zu einem Zustand von Frieden und Liebe und dem Helfen anderer durch einen mitfühlenden Geist und Aktivitäten führt. Es ist eine wichtige Religion, die immensen Nutzen bringt und es ist gewiss, dass [sie] Wesen zum absoluten Ziel führt.
In dieser Zusammenkunft [hier] gibt es viele Menschen vom Westen und wir sind alle wie eine Familie; manche sind höher [gewachsen] und [führen] verschiedene Lebensstile, aber die gesamte Menschheit ist grundsätzlich gleich, mit nicht allzu großen Unterschieden. Seine Heiligkeit begrüßt Sie alle als der gleichen Familie angehörig. Mögen Sie alle, [die Sie] dieser Zusammenkunft [beiwohnen], Wohlstand [erfahren] und alle positiven Wünsche für die gesamte Menschheit erfüllen, indem Sie die Bedeutung des Lebens kontemplieren, um allen fühlenden Wesen zu helfen.
Seine Heiligkeit wird [dafür] beten, dass Sie alle, und im speziellen die jüngeren Generationen, eine sehr wichtige Rolle bei der Hilfe, die Kultur und Religion unserer einzigartigen Geschichte zu bewahren, spielen werden. Das [dieses Ziel] muss sehr ausdauernd verfolgt werden, da wir [alle] die Verantwortung haben, Wesen zu nützen und unser [eigenes] Leben bedeutungsvoll zu machen.
Andere, kürzlich gegebenen Belehrungen Seiner Heiligkeit Karmapa, seit er in Indien angekommen ist, beinhalteten die [mündliche] Übertragung von Chenräzig (Lung) und oft eine Belehrung, die die Wichtigkeit der Rezitation des Mantras Chenräzigs, OM MANI PEME HUNG, Tag und Nacht, betont. Seine Heiligkeit betont die Bedeutung der Entwicklung eines mitfühlenden Herzens, die all unsere Negativität reinigen wird.
Wenn er Menschen begrüßt, sagt Seine Heiligkeit, dass es sehr schön ist, uns alle zu sehen, denn das war der Grund, warum er nach Indien gekommen war und dass er froh wäre, in einem freien Land zu sein, da Indien jetzt seine Heimat sei. Seine Heiligkeit sagte, dass es sein Wunsch wäre, zu reisen und alle jene Zentren in der ganzen Welt zu besuchen, die seiner Tradition folgen.
Manchmal betont er die Wichtigkeit der Gemeinschaft, derer man ein Mitglied ist und wie man in und mit derselben handeln sollte. Oft bespricht er die Wichtigkeit, den Wunsch zu entwickeln, Erleuchtung zum Nutzen für alle fühlenden Wesen zu erlangen, der als ‚Bodhicitta‘ in der Tibetischen Tradition bezeichnet wird, da dieser die Grundlage für alles ist.
Es ist unser positives Karma und unsere Anhäufung von Verdienst, dass wir hier alle zusammenkommen und er ist sich sicher, dass wir hier mit der richtigen [mentalen] Einstellung sind. Wenn Sie glücklich sind, sollten Sie es zeigen und mit anderen teilen.
Er spricht wiederholt davon, dass alle religiösen Traditionen in der Welt wie Hinduismus, Christentum, etc. alle das gleiche Ziel haben und dass wir sie alle respektieren sollten.
Er sagte, dass es in der Tibetischen Tradition viele Tulkus gibt und dass es manchmal vorkommt, dass manche Menschen von sich selbst glauben, sie wären Tulkus, obwohl sie es nicht sind. Er sagte, dass das bar jeglichen Nutzens sei, mehr noch, es würde [die] Menschen verwirren.
Er sagt unentwegt, wie ermutigend es ist, uns alle zu sehen, speziell jene, die schon viele Male zuvor gekommen waren und noch spezieller jene, die seiner Linie schon seit vielen Jahren folgen.
Er sprach von vielen großen Meistern und ihrer Hingabe, uns dabei zu helfen, Freiheit von Leiden zu erreichen und dass wir alle sehr glücklich sind, solche Meister zu treffen und von ihnen Belehrungen zu erhalten. Er gab das Beispiel Seiner Heiligkeit Dalai Lamas und fuhr damit fort, dass er auch eines dieser Wesen sei.
Einmal sprach Seine Heiligkeit von der Wichtigkeit von Bodhicitta, nachdem er den Lung für das Chenrezig Mantra gegeben hatte. Er erwähnte, dass nur durch die Entwicklung von Bodhicitta unsere Motivation, Erleuchtung zu erreichen, irgendeinen Nutzen für alle fühlenden Wesen hätte. Wie so oft, sagte er dann, dass es auf diesem Planeten viele große Meister gäbe, die uns mit und durch verschiedene Traditionen dabei helfen, das zu entwickeln. Er sprach sehr einfach, kraftvoll und ausführlich über die Einsgerichtetheit seines Wunsches, alle fühlenden Wesen aus Samsara zu befreien. Dabei verglich er sich selbst mit Medizin, die die Leiden aller fühlenden Wesen heilen [kann].
Seine Heiligkeit sprach auch über die fünf spirituellen Schulen des Land des Schnees: Bönpo, Nyingma, Sakya, Gelug und Kagyu und sagte, dass alle diese Schulen höchst lebendig und nutzbringend für alle fühlenden Wesen seien aufgrund ihrer ungebrochenen Linien und Belehrungen.
Seine Heiligkeit strich wiederholt die Wichtigkeit, das eigene, einzigartige kulturelle Erbe weiter fortzusetzen und unsere verschiedenen Ausbildungssystem zu stärken. Viele Male brachte er seine Freude zum Ausdruck, dass die jüngere Generation komme, um ihn zu sehen und ermutigt alle jungen Menschen, eine aktive Rolle innezuhaben, die [eigenen] kulturellen und religiösen Traditionen [wert] zu schätzen.
Seine Heiligkeit bringt jeden Tag zum Ausdruck, dass er für die Erfüllung all unserer positiven Wünsche, unser Wohlergehen, Glück, Wohlstand, gute Gesundheit und langes Leben beten wird.
Ward Holmes, Tsurphu Foundation, März 2000
Deutsche Übersetzung Lama Palmo




